«Back-Caffee» setzt auf ökologischen Strom

Seit Anfang Oktober hat die Back-Caffee AG in Grenchen
seine Betriebe auf Ökostrom umgestellt. Neben
dieser Umstellung möchte der Chef Jürg Jaeggi aber
auch den Stromverbrauch reduzieren.


Seit dem ersten Oktober 2011 laufen die Maschinen
im Back-Caffee mit Ökostrom. Ein entsprechendes
Zertifikat hängt bereits im Geschäft. Ein ebensolches
hat Inhaber Jürg Jaeggi in einem anderen Geschäft gesehen
und dachte sich: «Jeder kann etwas bewegen,
warum nicht auch ich?» Mit dem Verwaltungsrat habe
er die Idee besprochen und Kontakt zur SWG aufgenommen.
Neu bezieht Back-Caffee zu 100 % «water
star» von der SWG. Privat und im Geschäft bezahlt er
nun 3.5 Rappen pro Kilowattstunde mehr. «Nach Gesprächen
mit Carli Decurtins installierte die SWG ein
Gerät, mit welchem der Stromverbrauch und die Leistungsspitzen
gemessen werden.» Denn neben der Umstellung
auf Ökostrom will Jaeggi auch den Stromverbrauch
in den Betrieben reduzieren. «Unser Ziel ist es,
die Stromkosten auf das vorherige Niveau zu senken,
aber halt nicht mehr mit regulärem Strom, sondern mit
Ökostrom», so Jaeggi.


Um sein Team auf die Umstellung vorzubereiten und
zu sensibilisieren, fuhr Jaeggi mit der ganzen Belegschaft
des Back-Caffees im September dieses Jahres
auf den Mont Soleil im Jura. «Dort stehen ein Windpark
und Solaranlagen, welche wir besuchen konnten.»
Nach diesem Ausflug habe er von allen Mitarbeitenden
ein positives Feedback erhalten. «Einige erzählten mir,
dass sie nach diesem Ausflug sehr interessante Gespräche
mit der Familie gehabt hätten.»


Doch nicht nur mit dem Ökostrom ist das Back-Caffee
ein gutes Vorbild, auch in Sachen Mülltrennung.
«Wir trennen alles», so Jaeggi, «Glas, Karton, Metall,
Grün, PET, Speisereste. Auch das Personal wird auf
dieses Thema sensibilisiert.» Des Weiteren versuchten
sie im Betrieb so viel Energie wie nur möglich zu
sparen. «Wir schalten zum Beispiel die Öfen ab, wenn
das Brot fertig gebacken ist.», so Jaeggi. «Alle Frischprodukte,
welche am Ende eines Tages übrig bleiben,
werden wöchentlich durch die Firma Gast aus Utzenstorf
abgeholt, welche aus den Essensresten Biogas
herstellt.» Auch setze das Back-Caffee auf regionale
Produkte, wie Naturel Mehl, oder Schweizer Fleisch.
Ausser für das Schnitzelbrot. Dieses Fleisch stammt
aus Ungarn. «Wir stecken in Verhandlungen und wollen,
dass auch das Fleisch für die Schnitzelbrote aus
der Schweiz kommt. Ob es rentiert, werden wir ausprobieren,
indem wir eine Zeit lang beide Produkte
anbieten werden. Wenn dann das Schweizer Fleisch
bevorzugt wird, dann stellen wir auch dabei auf einheimisches
Fleisch um.»


Den ersten Kontakt mit der SWG hatte Jaeggi an der
mia 2010. Damals hatten die SWG Party-Brötchen bei
ihm für einen Apéro bestellt. Dabei sei auch der Kontakt
zu Decurtins entstanden. Durch einen regen E-Mail-
Verkehr mit ihm habe Jaeggi dann auch Einiges über
Ökostrom erfahren. Der Entscheid, selbst mit Ökostrom
zu produzieren, sei aber nicht spontan gewesen,
sondern es war ein Prozess. Das Reaktorunglück von
Fukushima im März 2011 habe bei ihm ausgelöst, dass
er «jetzt erst recht» etwas ändern will. Ausserdem: «Ich
bin Vater und möchte meinen Kindern für die Zukunft
eine gewisse Lebensqualität bieten können.»