Der Mythos
Solaranlagen produzieren Strom am klimafreundlichsten.
Die Fakten
Es stimmt zwar, dass die Solarenergie zu den vergleichsweise klimafreundlichen Arten der Stromerzeugung zählt. Noch besser schneiden aber Wasserkraft und Windenergie ab. Sie produzieren den klimafreundlichsten erneuerbaren Strom, wie eine Studie des deutschen Umweltbundesamts zeigt. Je tiefer der Wert der Treibhausgasemissionen, desto klimafreundlicher wird der Strom produziert. Dabei handelt es sich selbstverständlich um Durchschnittswerte pro Erzeugungsart. Je nach Grösse, Leistung, Standort, Nutzung und Produktionsmenge einer Anlage fallen die Treibhausgasemissionen höher oder tiefer aus.
Treibhausgasemissionen in Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde Strom:
Wasserkraft: 4
Windkraft an Land: 18
Photovoltaik: 57
Feste Biomasse: 64
Klärgas: 105
Tiefengeothermie: 149
Quelle: Umweltbundesamt Deutschlands, Werte für 2023
Warum schneiden Wasserkraft und Windenergie bei den Treibhausgasemissionen besser ab als Solarenergie? Bei den Wasserkraftwerken liegt dies an ihrer sehr langen Lebensdauer. Zwar entstehen beim Bau hohe Emissionen. Doch danach liefern diese Anlagen jahrzehntelang grosse Mengen Strom. Umgerechnet auf die Kilowattstunde fallen die Emissionen daher sehr gering aus. Ähnlich verhält es sich mit den Windenergieanlagen. Auch sie produzieren an guten Standorten viele Tage im Jahr rund um die Uhr Strom. Die Auslastung von Solaranlagen hingegen ist geringer, da sie nur bei Sonneneinstrahlung Strom produzieren. Dadurch verteilen sich die Emissionen, die bei ihrer Herstellung entstehen, auf weniger Kilowattstunden Strom.