Was ist eine Plug-and-Play-Solaranlage?
Eine Plug-and-Play-Solaranlage ist eine kleine Photovoltaikanlage. Sie wird in der Regel ohne Hilfe einer Fachperson installiert und über eine geeignete Steckvorrichtung direkt an das Hausnetz angeschlossen. Weil sie meist am Balkongeländer montiert ist, spricht man auch von Balkon-Solaranlagen oder Balkonkraftwerken. Netzbetreiber verwenden dafür häufig den Begriff steckerfertige, mobile Solaranlagen. Dazu zählen beispielsweise auch sogenannte Solartische.
Die Leistung Ihrer Plug-and-Play-Solaranlage darf auf Sicherheitsgründen maximal 600 Watt betragen. So produziert die Anlage im besten Fall rund 600 kWh Strom pro Jahr. Zum Vergleich: Eine Vier-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd verbraucht jährlich etwa 2500 kWh. Eine Balkonanlage kann also einen nennenswerten Anteil des Verbrauchs decken. Da der Solarstrom tagsüber entsteht, wird er vor allem für Ihre Elektrogeräte genutzt, die dauernd in Betrieb sind, etwa Kühlschrank oder Modem.
So funktioniert ein Balkonkraftwerk
Eine Plug-and-Play-Solaranlage besteht aus mehreren Komponenten: meistens aus zwei Solarpanels, einem Wechselrichter, der den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom umwandelt, und einem Anschlusskabel mit einem in der Schweiz üblichen Stecker. Dieser wird in die 230-Volt-Aussensteckdose auf dem Balkon eingesteckt.
So speist die Balkon-Solaranlage den produzierten Strom in den Stromkreis Ihrer Wohnung ein. Liefern die Solarpanels mehr Strom, als gerade benötigt wird, fliesst die überschüssige Energie ins Stromnetz. Die SWG vergütet solche Überschüsse durch eine Gutschrift auf der nächsten Rechnung.
Das sollten Sie beachten
1. Holen Sie die Bewilligung der Liegenschaftsverwaltung ein
Als Mieterin oder Mieter müssen Sie Ihre Plug-and-Play-Solaranlage durch die Liegenschaftsverwaltung oder direkt durch den Eigentümer genehmigen lassen. Kaufen Sie die Anlage also erst, wenn Sie über eine schriftliche Zustimmung verfügen. Am einfachsten holen Sie die Bewilligung mithilfe der Mustervereinbarung des Mieterinnen- und Mieterverbands ein. Sind Sie Stockwerkeigentümerin oder -eigentümer? Dann brauchen Sie die Bewilligung der Eigentümergemeinschaft, da die Anlage das Erscheinungsbild des Gebäudes verändern kann.
2. Vergleichen Sie verschiedene Anlagen
Auf dem Vergleichsportal topten.ch finden Sie die technischen Angaben sowie den aktuellen Listenpreis verschiedener Plug-and-Play-Solaranlagen.
3. Prüfen Sie die Wirtschaftlichkeit
Mit einem Balkonkraftwerk tragen Sie zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei. Es sollte sich für Sie aber auch finanziell lohnen. Die Amortisationsdauer können Sie mit folgender Formel berechnen: Kaufpreis / (jährliche Produktion x Strompreis) Ein Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 900 Franken, einer geschätzten jährlichen Produktion von 500 kWh und einem Strompreis von 30 Rappen amortisiert sich Ihre Balkon-Solaranlage in rund sechs Jahren.
4. Verlangen Sie beim Kauf eine Konformitätserklärung
Für Ihre Plug-and-Play-Solaranlage muss eine sogenannte Konformitätserklärung vorhanden sein. Sie bestätigt, dass Ihr Balkonkraftwerk alle elektrischen Sicherheitsvorschriften erfüllt. Fragen Sie deshalb beim Kauf danach.
5. Melden Sie die Anlage der SWG
Für die Installation einer steckerfertigen mobilen Solaranlage braucht es zwar keine Bewilligung. Sie müssen die Anlage aber vor der Inbetriebnahme der SWG melden. Das geht am einfachsten per Anmeldeformular
6. Prüfen Sie den Fehlerstrom-Schutzschalter
Im Netzkabel oder im Wechselrichter Ihrer Plug-and-Play-Solaranlage ist ein Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) verbaut. Je nach Typ (RCD Typ A oder B) muss dieser auf die feste Elektroinstallation Ihrer Wohnung abgestimmt werden. Sonst kann es vorkommen, dass der in der Elektroinstallation vorgeschaltete RCD nicht mehr richtig funktioniert. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihren Elektroinstallateur oder Ihre Liegenschaftsverwaltung.
7. Platzieren Sie die Solarmodule richtig
Ihre Balkon-Solaranlage sollte nicht nach Norden ausgerichtet sein. Achten Sie zudem darauf, dass die Module im Tageverlauf möglichst wenig beschattet werden.
8. Sorgen Sie für eine sichere Befestigung
Plug-and-Play-Solaranlagen werden oft mit einer speziellen Halterung am Balkongeländer installiert. Stellen Sie sicher, dass das Geländer das Gewicht der Solarpanels tragen kann und dass diese sturmfest montiert sind.