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Neues Gasprodukt

Gas der SWG wird klimafreundlicher 


 
Per 1. Juli 2026 führt die SWG für alle Gaskundinnen und -kunden ein einheitliches Gasprodukt mit 15 Prozent Biogas ein. So wird das Heizen mit Gas in der Region Grenchen klimafreundlicher. Gleichzeitig sinken die Gaspreise um durchschnittlich 4 Prozent. Für mehr Transparenz unterteilt die SWG ihre Gaspreise neu in Netznutzungs- und Energiepreis. 
 
Ab dem 1. Juli 2026 erhalten alle Gaskundinnen und -kunden der SWG das gleiche Gasprodukt mit einem Biogas-Anteil von 15 Prozent. Der Wechsel erfolgt automatisch: Die Kundinnen und Kunden brauchen nichts zu unternehmen. 
 
Mit dem neuen Gasprodukt heizen sie klimafreundlicher. Denn Biogas gehört zu den erneuerbaren Energien und ist nahezu CO2-neutral, weil es ausschliesslich aus pflanzlichen Abfällen und Klär-schlamm entsteht. Die Pflanzen haben beim Wachsen gleich viel CO2 aus der Luft aufgenommen, wie das Biogas später beim Verbrennen wieder in die Luft abgibt. 
 
In den kommenden Jahren wird die SWG den Biogas-Anteil ihres Gasprodukts schrittweise erhöhen. Dazu baut sie ihre eigene Biogas-Produktion aus: Zusätzlich zu ihrem Biogas aus Klärschlamm der ARA Regio Grenchen plant sie, künftig Biogas aus Substraten wie etwa Grüngut und Mist zu produzieren. Auch Gase, die aus erneuerbarem Strom produziert werden, verfolgt sie als Optionen weiter, um die Gasversorgung bis 2050 vollständig zu dekarbonisieren. 
 
Einheitlicher Biogas-Anteil statt Wahlmöglichkeit 
Bisher hatte die Kundschaft der SWG bei ihrem Gas die Wahl: Sie konnte entweder nur Erdgas beziehen oder sich für einen Biogas-Anteil von 5, 20, 50 oder 100 Prozent entscheiden. Diese Wahlmöglichkeit haben aber nur wenige Kundinnen und Kunden genutzt. 
 
«Mit dem einheitlichen Gasprodukt schaffen wir eine klare, einfache und vor allem ökologische Lösung», sagt Lars Losinger, Geschäftsleiter der SWG. «Dadurch erhöht sich der durchschnittliche Biogas-Anteil unserer gesamten Gasmenge. Das ist ein weiterer Schritt hin zu einer klimafreundlicheren Gasversorgung – ganz im Sinne unserer neuen Wärmestrategie. Diese basiert auf drei be-währten und zugleich nachhaltigen Technologien: mit Erdgas/Biogas betriebene Gasheizungen, Nahwärmeverbünde und Wärmepumpen-Lösungen.» 
 
Zwei Kundengruppen der SWG können freiwillig weiterhin einen höheren Biogas-Anteil wählen: erstens ihre Industriekunden, damit diese ihre individuellen Klimaziele erreichen, und zweitens die Hauseigentümerinnen und -eigentümer in den vier mit Gas versorgten Berner Gemeinden. Denn im Kanton Bern darf eine alte Gasheizung nur unter bestimmten Bedingungen durch eine neue ersetzt werden. Erlaubt ist der Ersatz unter anderem bei einem Biogas-Anteil von mindestens 50 Prozent. 
 
Ersatz alter Ölheizungen erleichtern 
Das neue Gasprodukt soll auch Hauseigentümerinnen und -eigentümer mit einer Ölheizung dafür gewinnen, diese durch eine moderne Gasheizung zu ersetzen. Durch das neue Gasprodukt mit 15 Prozent Biogas spart ein solcher Wechsel viel CO2 ein. Die Investitionen fallen aber tiefer aus als bei anderen klimafreundlichen Heizlösungen. Zudem kann die Finanzierung auch durch ein Contracting der SWG erfolgen. 
 
Gaspreise sinken leicht 
Per 1. Juli 2026 kann die SWG ihre Gaspreise um durchschnittlich rund 4 Prozent senken. Das liegt daran, dass sie ihr Gas weit im Voraus einkauft und die Beschaffungspreise im vergangenen Jahr gesunken sind. Dadurch ist die SWG weniger von der aktuellen Weltlage abhängig. Die Folgen des Konflikts in Nahost könnten sich erst verzögert auf die Gaspreise auswirken. 
 
Auch mit dem schrittweise steigenden Biogas-Anteil bleibt Gas in den kommenden Jahren preislich interessant. Dazu sagt Lars Losinger: «Unsere Gaspreise liegen rund einen Drittel unter den Kosten anderer Technologien wie zum Beispiel Fernwärme. Wer auf Gas setzt, heizt nicht nur klimabewusst, sondern auch spürbar günstiger.» 
 
Unbundling beim Gaspreis 
Gleichzeitig mit der Einführung des neuen Gasprodukts unterteilt die SWG den Gaspreis in Netznutzungs- und Energiekosten. Dieses sogenannte Unbundling kennen die Kundinnen und Kunden bereits vom Strompreis her. Nun können sie auch beim Gaspreis besser nachvollziehen, wie er sich zusammensetzt. 
 
«Mit dem Inkrafttreten eines auf Bundesebene geplanten Gasversorgungsgesetzes würde das Unbundling in der Schweiz obligatorisch. Darauf bereiten wir uns vor», erklärt Lars Losinger. «Die Einführung des neuen Gasprodukts bietet uns eine günstige Gelegenheit, diesen Schritt jetzt schon umzusetzen.»