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Fokus: Jeden Franken richtig investieren

Sie ist nahezu unsichtbar, hält aber das Leben in der Region am Laufen: die Infrastruktur für Strom, Gas und Wasser. Damit die Netze und Anlagen immer zuverlässig funktionieren, erneuert die SWG sie kontinuierlich. Wichtig dabei: Jeder heute investierte Franken soll auch morgen noch mindestens ein Franken wert sein.

Bei Elektrogeräten oder Autos ist der Fall klar: Je älter sie werden, desto grösser ist die Gefahr von technischen Störungen. Gilt diese Regel genauso bei der Infrastruktur für Strom, Gas und Wasser?

«Das Alter ist auch bei unseren Netzen und Anlagen ein wesentlicher Faktor, aber nicht der einzige», sagt Matthias Mosimann, Leiter Infrastruktur + Technik der SWG. «Verlaufen Leitungen zum Beispiel unter einer viel befahrenen Strasse oder neben einer Eisenbahnlinie, werden sie stärker beansprucht und müssen oft früher ersetzt werden.» 

Infrastruktur hat hohen Standard erreicht

Es kommt aber auch vor, dass sich ein Material nicht bewährt – wie zum Beispiel der duktile Guss, der ab den 1960er-Jahren eingesetzt wurde. Bei diesem Material hatten die Leitungen mehr Lecks. «Zum Glück haben unsere Vorgänger bei der SWG das rasch erkannt und auf Rohre aus Kunststoff gewechselt», so Matthias Mosimann. «Inzwischen ist unsere Leckrate bei Gas und Wasser sehr tief und nimmt noch weiter ab. Auch die Infrastruktur der Stromversorgung hat einen einwandfreien Zustand erreicht.»

Neben dem langlebigen Material tragen zwei weitere Gründe zu diesem positiven Trend bei: Erstens hat die SWG in den vergangenen Jahren für eine sichere Versorgung besonders viel in ihre Netze und Anlagen investiert. Zweitens führen die SWG-Fachleute regelmässig Netzanalysen durch. «Heute werden wir nicht erst aktiv, wenn sich eine Störung zeigt. Sondern wir untersuchen unsere Netze vorsorglich auf Schwachstellen.»

So setzt die SWG die richtigen Prioritäten

Die Resultate dieser Analysen fliessen auch in die sogenannte Zielnetzplanung ein. Das ist eine langfristige Planung, die mit einer speziellen Software erstellt wird und die richtigen Prioritäten beim Weiterentwickeln der Infrastruktur aufzeigt. In welcher Reihenfolge die SWG Leitungen und Anlagen erneuert, verstärkt oder ausbaut, hängt also primär von ihrem Zustand und von Engpässen im Netz ab.

Zusätzlich zu Zustandsdaten erfordert die Zielnetzplanung noch weitere Informationen. Sie berücksichtigt unter anderem Verbrauchsdaten, das Bevölkerungswachstum, geplante Neubauten für Gewerbe und Industrie sowie die absehbare Entwicklung bei den Solaranlagen, der Elektromobilität und beim Heizen. Denn diese Daten sagen aus, welche Anforderungen die Netze künftig erfüllen müssen.

Wie digitale Zwillinge die Zukunft simulieren

Für ihre Zielnetzplanung setzt die SWG bei den Netzen für Strom, Gas und Wasser auf digitale Zwillinge. Das bedeutet: Mit einer Software werden die Netze anhand von Plänen und weiteren Daten digital nachgebaut. So lassen sich verschiedene Szenarien simulieren und die Folgen für die Netze aufzeigen. Eine solche Simulation kann zum Beispiel untersuchen: Wo entstehen Engpässe im Stromnetz, wenn die Anzahl Solaranlagen stark steigt? Und mit welchen Massnahmen lassen sich die Engpässe am effizientesten beseitigen?

«Digitale Zwillinge helfen uns, richtig in unsere Infrastruktur zu investieren», sagt Matthias Mosimann. «Jeder Franken, den wir heute ausgeben, soll auch morgen noch mindestens ein Franken wert sein.»

Effizient bauen, um die Bevölkerung zu entlasten

Wenn es um die Erneuerung der Infrastruktur für Strom, Gas und Wasser geht, ist eine gute Planung das eine. Genauso wichtig ist eine effiziente Umsetzung. Um die Bevölkerung durch Baustellen möglichst wenig zu belasten, setzt die SWG wenn möglich auf grabenlose Verfahren. Diese erfordern statt langer, offener Gräben nur Baugruben an einzelnen Punkten. Von hier aus lassen sich neue Leitungen in die bestehenden Rohre einziehen.

Zudem achten die SWG-Fachleute auf die richtigen Bauetappen. Wie lang diese ausfallen, unterscheidet sich von Projekt zu Projekt. Einmal sind viele kurze Etappen die effizienteste Lösung, ein anderes Mal wenige, dafür aber längere Etappen. So oder so: Die SWG stellt sicher, dass der Zugang zu den Liegenschaften immer gewährleistet ist.

Wie stimmt sich die SWG mit der Stadt Grenchen ab?

Die Strom-, Gas- und Wasserleitungen der SWG verlaufen grösstenteils unterhalb von Strassen. Sie teilen sich das Erdreich mit den Leitungen für das Abwasser und die Telekommunikation. Deshalb treffen sich Fachleute der SWG, der städtischen Baudirektion sowie von GAGNET und Swisscom mindestens zweimal jährlich, um ihre Planungen für Bauprojekte aufeinander abzustimmen. Das Ziel: Pro Strasse sollen alle Leitungen gleichzeitig erneuert werden, sodass die Bevölkerung anschliessend wieder viele Jahre lang vor Bauarbeiten verschont bleibt.